Fast Food - wie gefährlich sind der versteckte Zucker & die gesättigten Fettsäuren?

Das Fast Food ungesund ist, ist allgemein bekannt. Als Fast Food bezeichnet man Speisen die in kürzester Zeit zubereitet und genauso schnell verzehrt werden können. Leider entspricht dies dem Zeitgeist und man findet an jeder Ecke Fast-Food-Läden.

Ob Burger, frittiertes Hühnerfleisch und gebackener Fisch, Pizza oder zucker- und fettreiche Desserts wie Donuts – die typischen Fast-Food-Gerichte sind bekannt für ihren schlechten Einfluss auf die Gesundheit. Diese Speisen bestehen zu großen Teilen aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln wie Zucker, ungesunde Fette, Salz, Geschmacksverstärker und Weißmehl.

Fast-Food-Ketten werben nach wie vor damit, um wie viel gesünder ihre Mahlzeiten doch geworden sind. Das Gegenteil ist der Fall. Fast Food enthält mehr Salz und Kalorien denn je zuvor.

Eine besonders bedenkliche Kombination ist Limonade und Fast Food gemeinsam zu konsumieren. Denn das zuckerhaltige Getränk blockiert die Fettverbrennung. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der BMC Nutrition mit 27 Testpersonen, 13 Frauen und 14 Männer, im Alter von 18-28 Jahren, die unter kontrollierten Bedingungen einen Tag in einem abgeschlossenen Laborraum mit Bett, Toilette und TV verbrachten. Sie bekamen ein Frühstück und ein Mittagessen verabreicht. Beide Mahlzeiten hatten 500 Kilokalorien und bestanden aus Weißbrot, Butter, Schinken, Cheddar-Käse und Kartoffeln. Einziger Unterschied: Bei einer Mahlzeit bestanden die Kilokalorien zu 15 Prozent aus Eiweiß, bei der anderen zu 30 Prozent – hierbei war der Schinkenanteil höher.

Zu den Mahlzeiten servierten die Forscher ein Getränk mit 360 Milliliter, jeweils gesüßt mit Zucker (120 Extra-Kalorien) oder mit Süßstoff (ohne Extra-Kalorien). Im Geschmack waren beide Getränke gleich und die Testpersonen wussten nicht, zu welchem Essen sie welches Getränk konsumierten.

Aus den Messdaten der Luft, des während des Versuchs verschlossenen Laborraums und den Werten aus dem Urin der Teilnehmer konnten die US-Forscher sehr genau berechnen, was in ihrem Stoffwechsel vorgegangen war.
Die Ernährungswissenschaftler stellten fest, dass die Testpersonen durch das Getränk mit Zucker nicht nur mehr Kalorien zu sich nahmen, sondern auch viel weniger Fett verbrannten, als die, die das Getränk mit Süßstoff konsumierten. Die Fettverbrennung soll nach dem Konsum des zuckerhaltigen Getränks um bis zu acht Prozent gesunken sein.

Hatten die Probanden die eiweißhaltigere Mahlzeit zu sich genommen, verbrannten sie noch weniger Fett, so das erstaunliche Ergebnis der US-Wissenschaftler.

Harald Sükar, ehemaliger McDonalds Manager rechnet mit den Strategien der Fast-Food-Industrie in seinem Buch “Die Fast-Food-Falle” ab. „Der massive Einsatz von Zucker, um die Menschen systematisch ans weiße Gift zu binden, stand in der sich rasant entwickelnden Fast-Food-Industrie von Anbeginn außer Streit,“ schreibt Sükar „egal, ob der gute alte Kristallzucker oder der heute massenhaft verwendete Maissirup, der nicht nur größtenteils aus dem Anbau genmanipulierter Pflanzen gewonnen wird, sondern zusätzlich enorm billig ist.“

Katharina Janecek, schreibt im Online-Standard in ihrer Sükar-Buchrezension, dass das Suchtpotenzial von Fast Food mit dem von Heroin zu vergleichen ist, ebenso gefährlich sei der erste Burger – der besonders die jungen Menschen schnell in die Fast-Food-Sucht locken kann.

Unsere Ernährung wirkt sich auch auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit unseres Gehirns aus. In einer Studie mit 105 jungen, gesunden Freiwilligen, die sich normalerweise gesund ernähren, haben Australische Forscher um Richard Stevenson von der Macquarie Universität in Sydney, neue Hinweise zu den Folgen von zu viel Fast Food gefunden.

Eine schön angerichtete Speise oder ein reichhaltiges Buffet – oft erinnert uns schon der Anblick von leckeren Speisen daran, wie gut es tut, diese zu essen. Sind wir satt, unterdrückt ein bestimmter Teil unseres Gehirns – der Hippocampus – diese Erinnerung und reduziert unser Verlangen. Im Fall von Junk Food wie Pommes, Fertig-Pizza oder Burger scheint diese, von unserem Gehirn gesteuerte Appetitregulation nicht richtig zu funktionieren.

Wie die Forscher im Fachblatt „Royal Society Open Science“ berichten, kann bereits eine Woche Junk Food reiche Ernährung die Funktion des Hippocampus beeinträchtigen.

Die Studie beobachtete weiters, dass Zucker die Vergesslichkeit fördern und zu viel ungesundes Essen Stress, Aggressivität und Depressionen steigern kann. Außerdem wurde das Schrumpfen bestimmter Hirnareale beobachtet.
Die Freiwilligen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß acht Tage lang Fast Food mit hohem Zuckergehalt und reichlich gesättigte Fette, die andere Gruppe fungierte als Kontrollgruppe und aß ihre üblichen Mahlzeiten.

Am ersten und am letzten Tag des Experiments wurden beiden Gruppen vor und nach dem Frühstück unterschiedliche ungesunde Snacks angeboten. Die Teilnehmer mussten angeben, wie groß ihr Verlangen danach war und – im Anschluss nach dem Probieren – bewerten, wie gut ihnen diese geschmeckt hatten.

Das Ergebnis: In der Gruppe, die sich von Waffeln, Burgern und Ähnlichem ernährt hatte, war die Selbstkontrolle nach einer Woche geringer ausgeprägt als in der Vergleichsgruppe. Der Appetit der Teilnehmer auf ungesunde Snacks war wesentlich größer, auch dann noch, wenn sie schon genug gegessen hatten.

In einigen Ländern haben die Regierungen erste gesetzliche Maßnahmen ergriffen und eine Zuckersteuer eingeführt. In Großbritannien müssen Getränkehersteller seit April 2018 für Getränke mit mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter 20 Cent und für Getränke mit mehr als 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter 27 Cent zusätzliche Steuern bezahlen. Die Erlöse sollen in die Förderung von gesünderen Schulmahlzeiten und den Schulsport fließen.

Die Konzerne haben darauf reagiert und beispielsweise bei Marken wie Sprite und Fanta den Zuckergehalt unter fünf Gramm reduziert, die Preise erhöht und teilweise die Flaschengrößen verkleinert. Leider wurde größtenteils der Zuckermangel durch die Beigabe von künstlichen Süßstoffen ausgeglichen, die auch eher bedenklich für uns Menschen sind.

Die Maßnahmen haben bereits erste Ergebnisse bei den Konsumenten gezeigt. Im Jahr nach der Einführung erhöhte sich beispielsweise in Mexiko der Konsum der stark gezuckerten Getränke um mehr als 10 %.
In Ungarn reduzierte sich der Konsum der gezuckerten Limonaden sogar um 21 Prozent, die Menschen tranken dafür um rund 2 Drittel mehr Wasser.
In Großbritannien haben sie die Absatzzahlen der stark gezuckerten Getränke seither halbiert.

Leider gibt es in Österreich und Deutschland noch keinerlei gesetzliche Beschränkungen. Allerdings ist hier zu beobachten, dass immer mehr Produzenten zuckerfreie, bzw. zuckerreduzierte Getränke und Speisen in den Handel bringen.

Fazit: Vor allem Kinder und auch Jugendliche bilden ihren Geschmack erst im Laufe ihrer Entwicklung aus. Da sie leider zugleich die Hauptzielgruppe der Konzerne sind, sollten wir unserem Nachwuchs ein Vorbild sein und die richtigen Kaufentscheidungen treffen und beeinflussen damit über kurz oder lang auch die Hersteller.  

Quellen:

Rehberg,C.; Fastfood, die Qualität verschlechtert sich weiter; 20.5.2020
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/fastfood-qualitaet-schlecht-190304020.html

Poggensee, J.; Studie belegt: Junkfood erhöht das Krebsrisiko; 20.9.2018
https://www.focus.de/gesundheit/gesund-leben/studie-belegt-junkfood-erhoeht-das-krebsrisiko_id_9628065.htm

Casperson, S.; Hall, C.; Roemmich, J.; BMC Nutrition – Studie:Postprandial energy metabolism and substrate oxidation in response to the inclusion of a sugar- or non-nutritive sweetened beverage with meals differing in protein content; 21.7.2017;
https://bmcnutr.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40795-017-0170-2

FAZ-Online, o.A.; Fast Food: Wie Körper und Gehirn unter Pizza, Burger und Co leiden; 19.2.2020
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/fast-food-konsum-schaedlich-fuer-koerper-und-gehirn-16641576.html

Deutsches Ärzteblatt, o.A.; Die Britische Zuckersteuer wirkt; 3.2.2020
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109097/Die-britische-Zuckersteuer-wirkt

Janecek, K.: Ein McDonald’s-Spitzenmanager packt aus; in DerStandard online, 22.7.2019
https://www.derstandard.at/story/2000106293121/ein-mcdonalds-spitzenmanager-packt-aus